Duc in altum!

Jede Bewegung braucht zur Erhaltung ihrer Strebekraft eine Quelle, aus der sie gespeist wird. Diese innere Quelle, die stets der Spannung zwischen dem liebenden Menschen und dem geliebten Objekt aufrecht erhält, ist das Wohlgefallen, das immer wieder "die geeigneten Mittel suchen lässt", um die Bewegung weiter zu treiben, dem Ziele zu, wie der Baum seine Äste und Zweige ausbreitet, um Licht und Luft herein zu holen zur Erhaltung seiner Kraft.

Der Sinn und das Ziel der ganzen Liebesbewegung, des Baumes der Liebe, ist die Vereinigung und der Genuss" als "Frucht". "Das Ziel der Liebe ist nichts anderes als die Vereinigung des Liebenden mit dem geliebten Gegenstand." Was in den beiden einsgewordenen Partnern in ihren korrespondierenden Qualitäten, in ihrer Abgestimmtheit grundgelegt ist und zwischen ihnen ein Spannungsverhältnis entstehen und dauern lässt, kommt nach dem Ablauf der zusammenstrebenden Bewegung und Überwindung der Hindernisse zur tatsächlichen Ergänzung und gegenseitigen Vervollkommnung, zum Ausgleich der Spannung im Besitz. Der Sinn der Beziehung hat seine Erfüllung gefunden. Die Liebe geht in den Dauerzustand des Genusses über, der in einem neuen Wohlgefallen gründet, denn "sie endet in einem neuen Wohlgefallen, das sie aus der Vereinigung mit ihrem gegenwärtigen Gegenstand empfängt". Mit dem Wohlgefallen an dem zugeordneten, aber noch abwesenden Gegenstand beginnt die Liebe als Bewegung. Das Wohlgefallen am gleichen, in beglückender Einheit besessenen Gute erhöht und verstärkt, nährt die Liebe in der Vollendung ihrer Bewegung, im ruhenden Besitz. "Das Wohlgefallen läßt den Willen in dem geliebten Gegenstand ruhen, wenn er sich mit ihm vereinigt hat."

Mit dem erreichten Ziel hat die Liebe ihre Vollendung gefunden, das heißt nicht ihr Ende, sondern die vollste Entfaltung ihrer Kraft und ihres Wesens. Dieses aber liegt in der vom Wohlgefallen genährten Bewegung. Auch im Ziele, in der Vereinigung, bleibt das Wesen der Liebe das gleiche, es wird nur noch dichter, es beinhaltet die Zusammenballung aller Stufen ihres Werdegangs im Dauerakt des Besitzes. "Der Begriff der Vereinigung ist gleichsam der Grenzbegriff der Bewegung", erklärt Rotter die letzte Stufe der Liebe bei Fanz von Sales.

Ist die Bewegung nach dem ersten Wohlgefallen das Streben nach dem Gegenstand, so ist es nach dem oder besser im zweiten Wohlgefallen, in der Vereinigung, "die Ergießung des Herzens, die das Wesen der Liebe ausmacht"...

Schon zu Anfang machten wir die Feststellung, daß Franz von Sales für Liebe oft Wille sagt. Diese Stellvertretung oder fast Gleichstellung braucht jetzt nicht mehr zu überraschen, nachdem wir seine Lehre über das Wesen des Willens und der Liebe kennen. Der Wille ist das vernünftige Begehrungsvermögen, das bewußte und frei aufgegriffene Streben nach dem Guten, das auf Grund einer Vernunfterkenntnis dem Geist als Ziel vorschwebt. Die Liebe ist ebenfalls ein Streben, eine Bewegung auf das erkannte und in irgendeiner Eigenschaft korresponierende Gut, die aus dem Wohlgefallen daran erwächst und von der Tiefe des Gemütes getragen wird. Wenn auch schon in der vegetativen und sensitiven Sphäre Äußerungen einer Art Liebe tätig sind, eine Bewegung auf Grund von Abneigung und Zuneigung, Liebe im eigentlichen Sinn gehört der Geistessphäre an, dem Bereich, wo Vernunft und Wille alle Leitung und Herrschaft in der Hand halten. Zwar erweckt "das Gute an sich als erste und hervorragenste Leidenschaft die Liebe" und "der Wille wird nur durch seine Neigung bewegt, unter denen die Liebe als erste Bewegerin und erste Neigung allem übrigen den Ausschlag gibt", doch steht die Ausführung der bewußten, also vernünftigen Liebestätigkeit unter dem ordnenden Oberbefehl des Willens. Die Liebe empfiehlt aus ihrer wohlgefällig empfundenen Zuordnung zu ihrem Gegenstand dem Willen ihr Ziel.

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In dem Habitus der Verbindbarkeit schwingt noch eine Dynamik des Füreinanderseins und Zueinanderstrebens, "er ist nichts anderes als jene Beziehung, die die Dinge zur Vereinigung geeignet macht, um  einander irgendeine Vollkommenheit mitzuteilen". In diesen "korrespondierenden Qualitäten", in der gewissermaßen zum Ausströmen geladenen "Abgestimmtheit zwischen dem Liebenden und Geliebten" findet Franz "die erste Quelle der Liebe". Dieser Vorstoß zur tiefsten psychologischen Wurzel des liebenden Wohlgefallens, nämlich dass es nicht so sehr aus der Möglichkeit, von seinem Objekt zu empfangen, sondern vielmehr aus der Fähigkeit "einander...mitzuteilen", erwächst, öffnet einen bedeutsamen Blick für die Reichweite der Liebe als Formprinzip seines Menschenbildes. Denn diese Grundbeziehung dieses Verhältnisses des Liebenden zum geliebten Gegenstand "ist Quelle und Ursprung der Liebe", "die Wurzel", aus der sie "als herrlicher Baum" entsprießt.

Aus der gegebenen Abgestimmtheit beginnt nun die Liebe zu wachsen, sobald sich die äußere Möglichkeit dazu ergibt. Das ist der Fall, wenn beide in eine Reichweite kommen, daß sie voneinander und von ihren vereinbaren Qualitäten Kenntnis erlangen. "Sobald der Wille die Abgestimmtheit auf das Gute wahrnimmt, wendet er sich ihm zu um mit Wohlgefallen bei ihm zu verweilen".Da die Liebe, wie schon erwähnt, von der Geistseele getragen wird, so dürfen wir dabei nicht außer acht lassen, daß auch die Kenntnisnahme im Geist bewußt werden muß. Erst durch sie und die Gutheißung u7nd freie Entschließung tritt, wie wir es beim Willen gesehen haben, das vernünftige Begehren in Tätigkeit. "Wenn der Wille durch die Vermittlung des Erkenntnisvermögens das Gute gewahrt und fühlt, im gleichen Augenblick empfindet er auch schon Lust und Wohlgefallen." Die "Wurzel" besteht also in "dieser Abgestimmtheit; sie bringt das Wohlgefallen hervor, das der Wille bei der Wahrnehmung des Guten spürt".

Wie der Vereinigungspunkt der Wurzeln den Fuß des Stammes bildet und in diesen übergeht, so entsteht das Wohlgefallen aus der bewußt gewordenen Abgestimmtheit und Verbindbarkeit und entfaltet sich weiter zur Liebe. "Dieses erste Wohlgefallen des Herzens an dem geliebten Gegenstand kann man auch Liebe nennen, denn es ist die erste Empfindung der Liebe"; aus dieser "folgt dann unmittelbar die Bewegung und Ergießung des Herzens, mit der sich der Wille vorwärts bewegt und dem geliebten Gegenstand nähert. Das ist die wahrhaft6e und eigentliche Liebe:" Damit bezeichnet Franz die bewegung als Wesen der Liebe. "Der Stamm", hat er eingans in seinem Bilde erklärt, "ist die Bewegung."

Mit dieser Auffassung der Liebe geht Franz bewußt seinen neuen Weg; denn bisher sah man es im Wohlgefallen. Auch bei Thomas und den schon genannten Spaniern findet er es so. "Freilich", meint er, "haben sie stark den Anschein der Wahrheit für sich; denn die Liebesbewegung des Herzens nimmt nicht nur den Ursprung vom Wohlgefallen, das das Herz bei der ersten Begegnung mit dem geliebten Gegenstand ins Herz strömt, sondern sie erhält überdies ihren Bestand vom Wohlgefallen; sie kann nur durch das Wohlgefallen leben, es ist ihre Mutter und Amme, so daß zugleich mit dem Aufhören des Wohlgefallens auch die Liebe aufhört." "Die Liebe wird aus dem Wohlgefallen geboren, lebt durch das Wohlgefallen und strebt nach dem Wohlgefallen." Bei diesem Zusammenhang "nimmt es nicht wunder, daß diese großen Geister geglaubt haben, die Liebe und das Wohlgefallen seinen ein und dasselbe."

Wie Franz schon bei der Untersuchung der Zuordnungsanlage das Dynamische herausgehoben hat, So sieht er das eigentlich Wesentliche der Liebe selbst nicht im Wohlgefallen, das ein Ruhen beinhaltget, sondern auch wieder im Dynamischen, in der "Bewegung zur Vereinigung". Es ist diese Auffassung Franzens wohl darauf zurückzuführen, dass er als Mann der Tat den Menschen stets im warmen, praktischen Leben gesehen und so genommen hat. Und da findet er ihn in der Lieb e nicht ruhend, sondern stets Ringend und irgendwie weiterstrebend. Das Wohlgefallen ist die unternnbare Voraussetzung, der erste Beginn der Liebe und der Grund für ihre Dauer; aus ihm kommt die Anregung, der Ansporn zur Liebstätigkeit, eben zur "Bewegung". "Das Wohlgefallen setzt den Willen in Bewegung."Es verhält sich zur vLiebe wie die "Morgenröte zum hellen Tag". "Das Wohlgefallen ist nur der Anfang der Liebe", "die erste Erschütterung oder die erste Regung der Liebe"; "das wahre Wesen der Liebe jedoch besteht in der Bewegung und Ergießung des Herzens, die unmittelbar auf das Wohlgefallen folgen und in der Vereinigung ihren Abschluß finden." In einer prächtigen Gegenüberstellung bringt Franz den ruhenden Charakter des Wohlgefallens und den dynamischen der daran ausgelösten Bewegung der Liebe zum Ausdruck: "Der Gute packt, ergreift und fesselt das Herz durch das Wohlgefallen; aber durch die Liebe zieht es das Herz an, lockt und reißt es an sich. Durch das Wohlgefallen bewirkt es, dass das Herz aus sich heraustritt, durch die Liebe aber, dass es den Weg und die Fahrt unternimmt. Das Wohlgefallen ist das Erwachen des Herzens. die Liebe aber ist seine Tätigkeit; das Wohlgefallen bewirkt, dass es sich erhebt, die Liebe, dass es wandelt. Durch das Wohlgefallen spannt das Herz die Flügel aus, aber die Liebe ist sein Flug. Die Liebe ist also", so lautet das klare Ergebnis seiner psychologischen Erforschung des Werdegangs der Liebe, "bestimmt und genau gesprochen nichts anderes als die Bewegung, die Ergießung und das Hinstreben des Herzens zum Guten." Ein letzter innerer Grund für die Verlegung des Wesens der Liebe in die Bewegung ist noch darin zu finden, dass "die Liebe eine wirkliche Leidenschaft der Seele ist; als solche kann sie nicht das einfache Wohlgefallen sein, sondern sie muß in der Bewegung liegen, die daraus hervorgeht".

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Die Wurzel, aus der der mächtige Baum der Liebe emporwächst, ist also eine Beziehung zwischen dem Liebenden und geliebten Gegenstand (der eine Person oder Sache sein kann), die objektiv gegeben ist, die in der natürlichen Beschaffenheit der beiden Endglieder liegt und vorhanden ist, ohne daß und bevor noch die Liebe erwacht und tätig ist. Daraus folgt, daß die Liebe nicht zwischen zwei völlig verschiedenen Dingen möglich ist, sondern nur zwischen zwei solchen, die eine derartige Beziehung besitzen. Diese Beziehung ist demnach eine Anlage, die in dem entsprechenden Beziehungsobjekt bereit liegt, ein "Habitus", eine "innere Disposition". Franz selbst nennt sie eine "Fähigkeit", eine "Beziehung, die geeignet macht", ein "inniges Verhältnis, das Quelle und Ursprung der Liebe ist, ähnlich der Beziehung des Willens zum Guten, "die so innig verwandt sind, daß man seine Natur nur durch das Verhältnis erklären kann, das er zu ihm hat, ebenso wie man die Natur des Guten nur durch die Verbindung, die es mit dem Willen hat, aufzeigen kann".

Worin besteht nun wesentlich diese Beziehung, genauer gesagt, Zuordnung oder Abgestimmtheit? Franz weicht bei der Beantwortung dieser Frage von der Lehre des Aritoteles und folglich auch des heiligen Thomas ab, der die Ansicht des großen Philosophen übernommen hat. Nach ihnen besteht diese Beziehung in der Ähnlichkeit. Die "Gleichheit gilt als Grundlage der Freundschaft", erklärt Aristoteles, und Thomas sagt: "Die Ähnlichkeit ist, genau gesprochen, die Ursache der Liebe." Den Ansatz zu seiner Auffassung findet Franz wieder bei dem Spanier Vives. Dieser bezeichnet die genannte Beziehung als "eine auf einer Naturanlage beruhende Übereinstimmung, ähnlich wie sie zwischen dem Wahren und dem Verstande besteht". Zwar nennt er noch nach der überlieferten Ausdrucksweise "die Ähnlichkeit die Ursache der Liebe", doch erklärt er dazu, daß er damit "nicht so sehr die Ähnlichkeit der körperlichen Beschaffenheit" versteht, "als vielmehr eine besondere wechselseitige Eignung der Seelen zur Begründung einer Harmonie...wie die Proportion der Säfte im gesunden Körper, so daß ein Mensch den anderen nicht wegen der Ähnlichkeit, sondern wegen der Proportion anstrebt, die bei der Vereinigung eine fast absolute Harmonie schafft. Darum pflegen Menschen mit ganz verschiedenen, ja entgegengesetzten Anlagen oft engste Freundschaften."

"Jene", führt Franz aus, "haben es nicht gut getroffen, die geglaubt haben, daß die Ähnlichkeit die einzige Beziehung sei, aus der die Liebe hervor geht." "Die Zuordnung, die die Liebe begründet, besteht nicht immer in der Ähnlichkeit, sondern in einem wechselseitigen Anlageverhältnis oder in  aufeinander abgestimmten Qualitäten des Liebenden und des geliebten Gegenstandes." Diese Zuordnung bedeutet eine Fähigkeit und Veranlagung beider Teile, derzufolge "sie sich so entsprechend vereinen können, daß sie durch ihre gegenseitige Verbindung in hervorragender Weise einander vervollkommnen."

So kann solche Zuordnung zwischen äußerlich ganz verschiedenen, unähnlichen Dingen vorhanden sein. "Was haben denn der Kalk und der Schwamm und das Wasser beispielsweise für Ähnlichkeit? Und doch nehmen der Kalk und der Schwamm das Wasser mit unvergleichlichem Verlangen in sich auf und bezeugen damit eine außerordentliche, wenn auch unspürbare Liebe. Ebenso ist es mit der menschlichen Liebe, denn sie zeigt sich manchmal viel stärker zwischen Personen mit verschiedenen Qualitäten als zwischen gleichgearteten." "Der Akkord in der Musik bildet sich aus der Dissonanz, bei der sich die ungleichen Stimmen gegenseitig entsprechen, daß sie alle miteinader einen einzigen harmonischen Gleichklang erzeugen." Das Wesen der Abgestimmtheit besteht also für Franz nicht nur im einfachen Zusammenpassen der beiden Teile nach vereinbaren Merkmalen; es ist dies das objektiv statische Verhältnis der Dinge, das wohl auch mit dazu gehört; sondern vor allem besteht es darin, "daß aus der Vereinigung eines Partners mit dem anderen beide in Wechselwirkung eine Vervollkommnung erfahren und besser werden können". Ähnlich lehrt Vives, daß "die Liebe nach Vereinigung mit dem Guten strebt, damit der Liebende durch die Berührung mit dem geliebten Gute selbst gut werde". "Wie nämlich die Liebe die Verbindung schafft, so bewirkt sie auch eine Angleichung der Dinge, die sie verbindet, soweit es deren Natur zuläßt."

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Das Wesen der Liebe nach Franz von Sales

Der Begriff der Liebe, den Franz von Sales meint,, bedarf zunächst einer allgemeinen Umgrenzung; denn häufig gebraucht man das Wort in einem uneigentlichen Sinne zur Bezeichnung verschiedener Strebungen des Begehrungsvermögens. Dieses jedoch kann als rein sinnliches Begehren auftreten oder nach den Stufungen in den geistigen Bereich hineinragen oder rein geistig sein. Als Liebe im eigentlichen Sinne kann sie bei der ersten Gruppe nicht gelten. "In diesem begehrungsvermögen wohnt oder aus ihm kommt jene Liebe, die wir sinnlöich oder tierisch nennen, deren eigentlicher Name aber nicht Liebe, sondern einfach Begierde ist."

Die Liebe, von der also Franz spricht und die wir hier immer meinen, erwächst aus der Spähre der Geistesherrschaft, dort, wo Vernunfterkenntnis und freie Willensentscheidung das alten der Liebe lenken und besitzen. Sie gehört dem geistigen Strebevermögen an. Darum gebraucht Franz auch in seiner "Beschreibung der Liebe im allgemeinen" für "Liebe" gleichbedeutend das Wort "Wille". Eine ähnliche inhaltsgleiche Verwendung dieser Worte findet sich auch bei dem Spanier Ludwig Vives, dem Franz manche Anregung für seine Lehre von der Liebe zu verdanken scheint.

Zur genauen Untersuchung und Feststellung ihres Wesens stellt Franz den psychischen Werdegang der Liebe in fünf "Entwicklungsstufen" dar: 1. "Der Wille hat eine sehr enge Abgestimmtheit auf das Gute;" 2. "diese Abgestimmtheit erweckt das Wohlgefallen, das der Wille bei der Wahrnehmung des Guten empfindet;" 3. "dieses Wohlgefallen bewegt und treibt den Willen zum Guten; diese Bewegung drängt zur Vereinigung;" 4. "dieser bewegte, zur Vereinigung strebende Wille sucht alle geeigneten Mittel, um" 5. das Ziel "die Vereinigung  zu erreichen. All das zusammen gehört allgemein gesprochen zum Wesen der Liebe." Es bildet eine geschlossene organische Einheit, das heißt, es darf keiner dieser Teile fehlen, wenn die Liebe, salesianisch gesehen, wahre Liebe sein soll, so wie "ein schöner Baum", mit dem Franz die Liebe in Anlehnung an spanische Vorbilder vergleicht, nur mit allen seinen Teilen in seiner Art vollkommen ist. "Die Wurzel ist die Abstimmung des Willens auf das betreffende Gut, der Fuß des Baumes ist das Wohlgefallen, sein Stamm ist die Willensbewegung; das Nachsuchen, Anstreben und die sonstigen Bemühungen sind die Äste, die Vereinigung und die Freude darüber ist dann die Frucht. Ebenso erscheint die Liebe in der Verbindung dieser fünf Hauptteile, zu denen noch eine Menge geringfügiger Stücke gehört." An dieser Stelle erkennt bman deutlich das spaniscdhe Vorbild. Vives bringt ebenfalls eine Fünfteilung im Werdegang der Liebe, die eine innige Verwamdtschaft mit franzens Darstellung aufweist. Den Vergleich der Liebe mit dem Baum bringt schon Ludwig von Granada, der ihn in vier Einzelzügen durchführt

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Mama Margarita

Margareta Occhiena (1788-1856), die Mutter Don Boscos, „verehrungswürdig“


ROM, 16. November 2006 (
ZENIT.org).- Nach der offiziellen Anerkennung ihres heroischen Lebens wurde die Mutter des heiligen Jugendapostels Don Bosco(1815-1888), Margareta Occhiena, am Mittwoch vom Heiligen Stuhl für „verehrungswürdig“ erklärt.

Der Generalobere der Salesianer, Don Pascual Chàvez, erklärte während der feierlichen Zeremonie im Vatikan, an der auch Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone teilnahm: „Die weltweite Don Bosco Familie hat lange auf diesen Moment gewartet und gebetet. Jetzt ist die Seligsprechung Mama Margaretas einen Schritt näher gerückt. Wir vertrauen auf die Mutter Don Boscos, sie ermutigt uns in unserem Leben und in unserer Berufung.“

Der Seligsprechungsprozess für „Mama Margareta“ wurde 1995 eröffnet. Im Vorjahr hatte Papst Benedikt XVI. bereits darauf hingewiesen, „dass Mama Margaretas Heiligkeit offensichtlich ist.“

Don Boscos Mutter, Margareta Occhiena Bosco, starb vor 150 Jahren am 25. November 1856. Sie war ihren Söhnen – Antonio, Giuseppe und Giovanni – eine liebevolle und pflichtbewusste Mutter und den jungen Burschen im Oratorium in Turin-Valdocco zehn Jahre lang eine gütige Erzieherin mit Herz und Humor. Die Don Bosco Familie verehrt die Dienerin Gottes Mama Margareta als Erzieherin des großen Jugendapostels und als erste Mitarbeiterin Don Boscos in seinem Oratorium für Straßenkinder.

Von seiner Mutter erzählte der heilige Don Bosco: „An einem Abend im April 1847 kam zu später Stunde ein 15-jähriger Junge vom Regen ganz durchnässt. Er bat um Brot und Unterkunft. Meine Mutter empfing ihn in der Küche, schob ihn zum Ofen, und während er sich wärmte und die Kleider trockneten, gab sie ihm Suppe und Brot. ‚Und wohin willst du jetzt gehen?’ ‚Ich weiß es nicht. Ich bitte Sie, lassen Sie mich diese Nacht in einem Winkel des Hauses schlafen!’ Und er begann zu weinen. ‚Wenn du willst’, sagte meine Mutter, ‚werde ich dich für diese Nacht unterbringen, und für morgen wird schon Gott sorgen.’ ‚Wo?’ ‚Hier in der Küche.’ Sie sammelte, unterstützt von dem Jungen, draußen einige Ziegelsteine, die als Bettfüße dienten, legte darüber einige Bretter und darauf einen Strohsack. So bereitete sie das erste Bett des Oratoriums. Darauf lud sie ihn zum Gebet ein. ‚Ich kann es nicht’, sagte er. ‚Dann wirst du mit uns beten!’ sagte sie. Und dabei blieb es.“
ZG06111605

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Berlin: Gedenkstein für 96 katholische Geistliche, die im KZ Sachsenhausen umkamen BERLIN, 3. November 2006 (ZENIT.org).- Mehr als 700 katholische Geistliche waren im NS-Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert, 96 von ihnen sind dort auch umgekommen. Ihnen wird nun ein Gedenkstein gesetzt, den der Berliner Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky am 4. November 2006 um 15.30 Uhr einweihen wird. Bereits um 13.30 Uhr wird der Film „Der neunte Tag“ von Volker Schlöndorff gezeigt. Die Arbeitsstelle für Zeitgeschichte des Erzbistums Berlin konnte nach Angaben der Erzbistums Berlin die Namen von 711 Geistlichen aus Polen, Deutschland und weiteren europäischen Nationen ermitteln, die gemeinsam mit zahlreichen anderen Christen und Menschen unterschiedlicher politischer Überzeugungen im Konzentrationslager Sachsenhausen leiden mussten. An diese Opfer des nationalsozialistischen Regimes erinnert künftig eine Steinskulptur der Berliner Bildhauer Stefan Sprenker und Thomas Reifferscheid. Die Namen der 96 in Sachsenhausen verstorbenen Geistlichen sind auf dem Stein verzeichnet. Neben Kardinal Sterzinsky, dem Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Professor Dr. Günter Morsch und dem Staatssekretär Dr. Johann Komusiewicz vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg wird auch Kardinal Jozef Glemp, Primas von Polen, eine Rede halten. Weiterhin werden der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Ender, Erzbischof Edmund Piszcz, Alt-Erzbischof von Warmia (Ermland), und Bischof Ignacy Jez, Alt-Bischof von Koszalin-Kolobrzeg (Köslin-Kolberg), erwartet. Letzterer war einst selbst Häftling im KZ Dachau. Mehr als 600 der inhaftierten Geistlichen stammen aus Polen, darunter auch der spätere Bischof von Szczecin-Kamien, der heute 90-jährige Kazimierz Majdanksi. Gleichfalls in Sachsenhausen inhaftiert waren die selig gesprochenen Karl Leisner und Pater Rupert Meyer, dessen Gedenktag heute begangen wird. Der selige Jesuitenpater erlitt an Allerheiligen 1945 während einer Predigt in der Münchner Sankt Michaelskirche einen Schlaganfall und starb kurz darauf. Sein Lieblingsgebet, das so genannte „Rupert-Mayer-Gebet“, ist kürzlich von der Sängerin und Komponistin Inge Brück vertont worden und auf der Webseite von Kirche in Not zu hören. Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte und Museum TOP

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Unser Gebet als Dank für die Taufe

Bei der Taufe widersagen wir dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes leben zu können. Wir bekennen unseren Glauben, indem wir das Glaubensbekenntnis sprechen. Dieses Bekenntnis wiederholen wir in unserem Leben wie auch die Taufworte: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Das "Ehre sei dem Vater...könne wir als Echo des Dankes für die Taufe verstehen.

Die in der Taufe grundgelegte Verbindung mit Christus wirkt sich in unserem Leben aus. Jede Fastenzeit führt uns erneut zur Taufentscheiduung, die an Ostern feierlich bekräftigt wird.

Wer aufmerksam das Gebet des Herrn oder das Glaubensbekenntnis spricht, bekennt, dass er in der Taufe ein Kind Gottes gewordenn ist und zur Kirche Christi gehört.

Durch die Taufe kommt der Mensch in den Bereich der Liebe Christi. Er wird befreit von der Erbsünde und eingegliedert in den mystischen Leib  Christi, die Kirche. So empfängt er das neue Leben der heiligmachenden Gnade und wird zum Tempel des Heiligen Geistes, der in ihm Wohnung nimmt. Neugeschaffen aus dem Wasser und dem Heiligen Geiste, wird er zum Kind Gottes und darf voll Vertrauen mit Jesus beten: "Abba, lieber Vater".

Mit der Taufe erwirbt der Mensch Rechte und Pflichten eines Christen: "Alle Christen haben die Pflicht und das Recht, dazu beizutragen, dass die göttliche Heilsbotschaft immer mehr zu allen Menschen aller Zeiten auf der ganzen Welt gelangt." (CIC can.211). Getaufte pflegen die Gemeinschaft mit der Kirche, bewahren sie und leisten ihren Beitrag für die Bedürfnisse der Kirche.

Weil Gott dem Getauften seine Treue zugesagt hat, soll auch dieser seinem Tauifversprechen immer treu sein und sich durch Christus selbst verpflichtet wissen.

Auch das Dankgebet für die Taufe aus dem Gotteslob Nr. 50,2 ist eine Hilfe,

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